Bochumer Theaterstück „White People’s Problems“ verfolgt falsches Konzept gegen Rassismus

Von News Kommentar verfassen

Woher kommt Rassismus? Darauf versucht der Theaterregisseur Benny Claessens eine Antwort in dem Bochumer Theaterstück „White People’s Problems – The Evil Dead“, das unter seiner Regie am 6.12.2018 abgespielt wurde. Diese Theaterinszenierung verfälscht den Inhalt meines Reisebuchs „Namibia – Bericht von Mutter mit Tochter über eine selbstorganisierte Reise“ zu einem Beispiel für Rassismus. In Wirklichkeit diente diese Reise der Völkerfreundschaft mit den Menschen an der Basis und baute diese Verbindungen für den gemeinsamen Kampf gegen Unterdrückung weiter aus.

Wie kann es dazu kommen, ein Reisebuch gegen Rassismus und für Völkerfreundschaft zu einem Beispiel für Rassismus zu verdrehen?

Es handelt sich beileibe nicht um einen Einzelfall, um eine vereinzelte Unfähigkeit, richtig und falsch unterscheiden zu können. Vielmehr tritt uns hier eine gewisse Strömung entgegen.

ZEIT Campus ONLINE interviewte am 11.8.2018 unter dem Titel Rassismus: „Die meisten Weißen sehen nur expliziten Rassismus“ die amerikanische Soziologin Robin DiAngelo. Eine Frage lautete: „Wie ist es dann überhaupt für Weiße möglich, über Rassismus zu diskutieren?“ Die Antwort von Frau DiAngelo: „Indem wir lernen, anders über Rassismus zu denken. Nämlich nicht mehr als individuelle, aktive und bewusste Handlungen einzelner Personen, sondern als internalisierte Haltung, die in jeder und jedem Weißen steckt.“ https://www.zeit.de/campus/2018-08/rassismus-dekonstruktion-weisssein-privileg-robin-diangelo

Frau DiAngelo, das bleibt völlig an der Oberfläche und an den verbreiteten Erscheinungsformen des Rassismus kleben! Was ist denn die Ursache von Rassismus? Woher kommt er, wem nützt er?

Wir leben weltweit in Gesellschaften, in denen die Herrschenden über die arbeitenden Menschen das Sagen haben. In Namibia wie in Deutschland und den USA. „Teile und herrsche!“ ist das Motto der Herrschenden. Und der Rassismus dient als Blitzableiter für die Unzufriedenheit der Menschen mit den herrschenden Verhältnissen, dient als Vorwand für schlechter bezahlte Arbeit, für Unterdrückung und für Kriege gegen andere Völker. Rassismus ist eine Herrschaftsmethode und keine ursprüngliche Einstellung der Beherrschten.

Die Rassismuserklärung von Frau DiAngelo spart die Herrschenden aus und erklärt stattdessen die normalen Menschen zum Hauptproblem. So kommt es dazu, ein Buch gegen Rassismus zu einem Beispiel für Rassismus zu verfälschen. So nimmt man faktisch die tatsächlichen Verursacher von Unterdrückung und Rassismus aus der Schusslinie. Dabei sind es doch die großen Konzerne und die für sie tätigen Politiker, die Gesetze machen, die die afrikanischen Länder mit billigen Waren auch deutscher Monopole überfluten helfen. Den Menschen vor Ort, denen die Lebensgrundlage dadurch entzogen wird, verweigern sie aber die Aufnahme. Die mutigen Menschen und Initiativen in Europa, die dagegen vorgehen, werden gleichzeitig kriminalisiert.

„Erneut soll die Aquarius durch politische Manöver von ihrer humanitären Mission, Menschen vor dem Ertrinken im Mittelmeer zu retten, abgehalten werden….Während humanitäre Rettungsschiffe von ihrem Einsatz abgehalten werden, ist die Wahrscheinlichkeit, bei der Flucht über das Mittelmeer zu sterben, so hoch wie nie.“ https://www.betterplace.org/de/projects/39351-die-aquarius-ein-rettungsschiff-im-mittelmeer/newsroom#ppp-sticky-anchor

Natürlich ist die Sorge groß und berechtigt, dass immer mehr Menschen der fremdenfeindlichen und rassistischen Ausbreitung der Ideen der Herrschenden auf den Leim gehen. Dazu bedarf es des offenen Dialogs und der solidarischen Auseinandersetzung.

Warum wählt dann das Bochumer Schauspielhaus den Weg, Unwahrheiten in die Welt zu setzen, statt den Dialog zu suchen? Meine Briefe an den Intendanten Johan Simons und den Regisseur Benny Claessens blieben bis heute, dem Abspiel des Theaterstücks, unbeantwortet. Meine Forderung auf Herausnahme meines Buches aus dem Theaterstück wurde ignoriert und arrogant meine Persönlichkeitsrechte mit Füssen getreten.

Die Darstellerin Thelma Buabeng hat ein zunächst gemachtes Gesprächsangebot nicht realisiert, setzt dann aber Gerüchte auf Facebook und gegenüber Kollegen in die Welt, ich habe das Gespräch nicht führen wollen.

Wer sich tatsächlich dem Rassismus wirkungsvoll entgegensetzen will, der greift die an, die „Teile und Herrsche“ betreiben und setzt auf offenen und solidarischen Dialog mit denjenigen, die gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sind.

Kommentar verfassen

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

n/a